Die Nebenkosten für den Hausbau

Nebenkosten HausbauDie Baunebenkosten sind nach der DIN 276 ein Bestandteil der Baukosten. Die Bezeichnung „Nebenkosten“ ist in diesem Zusammenhang jedoch irreführend:

In der Regel ist davon auszugehen, dass die Baunebenkosten ca. 10-15 % der gesamten Baukosten ausmachen. Zahlreiche Hausbau-Internetseiten vermitteln ihren Lesern, es handele sich bei den Baunebenkosten um diejenigen Positionen, die im Zusammenhang mit den zuständigen Behörden oder der Erschließung des Grundstücks anfallen. Vielmehr zählen zu den Baunebenkosten jedoch alle Kosten, die nicht unmittelbar zum Kernbereich des Bauvorhabens gehören. Dabei kann es sich um Kosten für die Projektbeteiligten (z. B. Architekten) ebenso handeln wie um die Gebühren für die Baugenehmigung, Telefon- oder Internetkosten oder Beiträge für besondere Bauversicherungen (z. B. Bauleistungsversicherung, Bauherrenhaftpflichtversicherung).

Eine vollständige Darstellung aller Baukosten haben wir auf zbo.de zur Verfügung gestellt.

 

Die "Baunebenkosten" beim Hausbau

Diese im Folgenden aufgeführten Kosten sollten Sie beim Hausbau auf jedem Fall in Betracht zu ziehen:

 

Die Nebenkosten beim Grundstückserwerb

Im Zusammenhang mit dem Kauf des Grundstücks fällt eine Grunderwerbssteuer an, deren Höhe je nach Bundesland variiert und im Mittel etwa 5 Prozent des Kaufpreises beträgt. Dabei ist zu beachten, dass diese Grunderwerbssteuer sich auf das Grundstück inklusive des Hauses beziehen kann, sofern beides aus einer Hand (beispielsweise von einem Bauträger) erworben wurde. (Mehr zu den Steuern beim Hausbau unter www.haus-preiswert.de)
Ebenfalls in diesem Zusammenhang fallen Kosten für den Eintrag ins Grundbuch an, welche auch die Notarkosten enthalten. Wurde ein Grundstücksmakler zum Erwerb des Anwesens hinzugezogen, so sind auch diese Kosten in Betracht zu ziehen.

 

Die Erschließungskosten des Grundstücks

Diese Kosten variieren von Fall zu Fall, sodass ihnen besonderes Augenmerk gewidmet werden sollte. Sie beinhalten beispielsweise: Die Kanalisation, inklusive Wasseranschluss und Ableitung des Brauchwassers. Die Einrichtung des Stromanschlusses sowie den Telefonanschluss. Kommt ein Gasanschluss infrage, so müssen auch diese Kosten berücksichtigt werden.
Weitere Faktoren sind die Kosten für Baustrom und Wasser, welches im Zuge der Arbeiten benötigt wird. Befinden sich auf dem Grundstück Bäume oder Gebäude, welche entfernt werden müssen, so fallen auch dafür weitere Nebenkosten an, welche es zu berücksichtigen gibt. Ferner kann eine Begradigung des Geländes oder das Anlegen einer Baustraße sich als notwendig erweisen, wofür ebenfalls gesonderte Kosten anfallen.

 

Nebenkosten bei der Baufinanzierung

Für ein Baudarlehen sollte mit eventuellen Extrakosten für dessen Bereitstellung gerechnet werden. Auch fallen bei einer Teilauszahlung Zuschläge an, die nicht vernachlässigt werden sollten. Weitere Posten bei der Finanzierung stellen Schätz- und Einwertungskosten sowie diverse Bearbeitungsgebühren dar.

 

Baunebenkosten bei der Bauplanung und dem Hausbau:

Im Zuge der Planung und des eigentlichen Hausbaus sind Gebühren für Bauantrag und dessen Genehmigung zu entrichten, welche ebenfalls unter die Rubrik der Baunebenkosten fallen und mit etwa 0,2 Prozent der gesamten Bausumme veranschlagt werden können. Ebenfalls weitere Nebenkosten fallen an für die Vermessung des Grundstücks oder die Bestimmung der Lage des zu errichtenden Hauses in den Plänen. Die Hinzuziehung von Statikern (eventuell auch Prüfstatiker) und Gutachtern bilden weitere Posten bei der Berechnung der Baunebenkosten. Besteht die Notwendigkeit zur Verkehrssicherung durch Errichtung eines Bauzauns oder der Sperrung einer Straße, ist auch hier mit weiteren Kosten zu rechnen.
Zu den Baunebenkosten gehören laut einer Verordnung aus dem Jahre 1998 auch die Bestellung eines Koordinators, welcher für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der an der Baustelle Beschäftigten verantwortlich zeichnet. Auch ein Energiepass für das zu errichtende Gebäude ist mit Kosten verbunden, welche ebenso zu den Baunebenkosten zählen. Abgesehen von der reinen Errichtung des Wohngebäudes fallen eventuelle Kosten für die Gestaltung des Außenbereiches (Garten, Rasen etc.) an und sollten hier ebenfalls berücksichtigt werden.

 

Zu den Baunebenkosten gehören auch Versicherungen

Wichtig sind beim Hausbau eine Bauherrenhaftpflichtversicherung, eine Feuerversicherung sowie eine Bauleistungsversicherung. Erstere kommt für Sach- und Personenschäden auf, welche etwa durch herunterfallende Bauteile hervorgerufen werden. Die Bauleistungsversicherung leistet für Schäden an Gebäude und Material, welche durch Witterungsverhältnisse oder auch durch mutwillige Zerstörung (Vandalismus) entstanden. Die Feuerversicherung reguliert Schäden am Rohbau, die durch einen Brand entstehen.

 

Fazit

Es handelt sich bei den Baunebenkosten keineswegs lediglich um eine kleinere Geldausgabe, die neben den eigentlichen Baukosten anfallen. Gerade die falsch oder überhaupt nicht berechneten Baunebenkosten haben schon so manchen Bauherren ins Unglück gestürzt und das gesamte Bauvorhaben torpediert. Es ist also unumgänglich, eine möglichst exakte Vorstellung über die Höhe der Baunebenkosten zu haben und nicht das Risiko einer überteuerten Nachfinanzierung einzugehen.

Sie finden auf hausbauberater.de übrigens eine noch ausführlichere Information zu den Baunebenkosten beim Hausbau.