Über vermeintliche Schnäppchen beim Hausbau

MassivhausDie meisten Menschen, die sich ein eigenes Haus wünschen, müssen ihre Finanzierung sehr genau planen, um nicht in wirtschaftliche Schwierigkeiten zu geraten. Da scheinen Angebote zahlreicher Hausbaufirmen, die ihre Leistungen zum Schnäppchenpreis anbieten, gerade recht zu kommen. Es werden niedrige Hausbaukosten zugesagt oder zusätzliche Leistungen wie der Einbau einer Markenküche versprochen; andere Anbieter werben mit Aktionspreisen, die nur für einen begrenzten Zeitraum gültig sind und den Bauinteressenten zur Eile nötigen sollen. Aber profitiert ein Hausbaukunde dort tatsächlich vom "Schnäppchenhaus" ohne sich später ärgern zu müssen? Beim Hausbau ist es wie bei allen anderen Fertigungsleistungen auch: Gutes hat seinen Preis. An ein „billiges“ Haus können also keine großen Erwartungen gestellt werden. Hausbauinteressenten müssen sich auch darüber im Klaren sein, dass eine Hausbaufirma mit jedem gebauten Eigenheim Geld verdienen will. Wenn die beworbenen „Aktionspreise“ seriös zustande gekommen sein sollten, auf welche Weise wurde dann der Ausgangspreis ermittelt? Die Frage nach einem gerechtfertigten und fairen Preis ist letztendlich also die Frage nach der Seriosität einer Baufirma. Doch für künftige Bauherren stellt sich die Frage: Woran erkennt man eine seriöse Baufirma?

 

Darauf sollten Hausbaukunden achten

Der erste Eindruck – mit dem „Bauchgefühl“ liegt man oft richtig. Wer sich entschließt, mit einem Hausbauunternehmen zu bauen, sollte sich zunächst in der Verwandtschaft oder dem Bekannten- und Kollegenkreis danach erkundigen, mit welcher Hausbaufirma gute oder schlechte Erfahrungen gemacht worden sind. Dieses "Stimmungsbild" gibt erste Anhaltspunkte und kann dazu führen, mit einer der empfohlenen Hausbaufirmen einen Termin für ein unverbindliches Informationsgespräch zu führen. Da auch unter den Massivhausherstellern die Konkurrenz groß ist, lassen immer mehr Firmen ihre Leistung durch den TÜV überprüfen und entsprechend zertifizieren. Auch das kann als Hinweis auf die Güte der angebotenen Massiv-Eigenheime gewertet werden. Eine weitere Möglichkeit, um sich vorab ein umfassendes Bild über eine Hausbaufirma zu machen, sind Referenzen. Bauinteressenten sollten sich nach Möglichkeit die Anschriften von Eigenheimbesitzern geben lassen, die Kunde dieser Firma gewesen sind. Manche von ihnen sind auch dazu bereit, künftigen Bauherren Auskünfte über ihre Erfahrungen mit einer Hausbaufirma zu geben.

 

Die Baubeschreibung als Grundlage für Kostensicherheit beim Hausbau

Bevor es zum ersten Gesprächstermin mit einem Verkaufsberater kommt, sollten sich Bauinteressenten über einige Eckdaten im Klaren sein: Neben der Größe der Wohnfläche, der Hausbauweise (Bungalow, Stadtvilla etc.) und dem Grundriss muss auch der maximale Baupreis für das Eigenheim feststehen. Mit dem ersten Verkaufsgespräch tritt die Bau- und Leistungsbeschreibung in den Vordergrund. Hier steht detailliert, was der Bauherr für sein Geld bekommt. Hier offenbart sich dann auch, wie es zu einem „Schnäppchenpreis“ kommen kann. In den meisten Fällen fehlen Dinge, auf die kaum ein Eigenheimbesitzer gern verzichten möchte: Die Leistungsbeschreibung beinhaltet keinen Keller, die Baustoffe sind von schlechterer Qualität, das Ausstattungsniveau ist minderwertig oder der Umfang von Erdarbeiten oder Gutachtertätigkeiten wird verschleiert. Viele Merkmale einer Leistungsbeschreibung können von den meisten Hausbaukunden jedoch mangels eigener Fachkenntnisse nicht beurteilt werden. Um Enttäuschungen und Fehlinvestitionen zu vermeiden, sollte die Leistungsbeschreibung deshalb vor der Vertragsunterzeichnung einem unabhängigen Architekten oder Bauingenieur vorgelegt werden. Er weist auch auf vermeintliche Kleinigkeiten wie z. B. die Anzahl von Steckdosen, hin, die sich im Alltag zu einem dauernden Ärgernis entwickeln können. An diesem Beispiel kann auch das Zustandekommen eines „Schnäppchenpreises“ deutlich werden: Der Bauunternehmer sieht nur eine schmale Mindestausstattung vor und lässt sich auch den kleinsten Änderungswunsch teuer bezahlen. Hier gilt das Prinzip: Was nicht in der Leistungsbeschreibung steht, gilt auch nicht als vereinbart. (hausbauberater.de)

Eine weitere Möglichkeit, ein Bauangebot beurteilen zu lassen, bieten die Verbraucherzentralen. Die dortigen Experten prüfen gegen eine Beratungsgebühr die Bau- und Leistungsbeschreibung, erläutern den Leistungsumfang und weisen auf fehlende Kosten sowie Unklarheiten innerhalb der technischen Vereinbarungen hin. Gegen eine Schutzgebühr ist hier auch die Broschüre „Die Muster-Baubeschreibung – Hausangebote richtig vergleichen“ erhältlich.

 

Ein kurzer "Blick über den Tellerrand" - die voraussichtlichen Lohnkosten

Wer an dieser Stelle noch Hoffnung hat, mit einem Schnäppchenhaus zu einem glücklichen Eigenheimbesitzer zu werden, sollte sich vor Augen halten, welche Kosten mit einem Hausbau verbunden sind. Da Rohstoffpreise starken Schwankungen unterworfen sind, sollte ein Blick auf die zu erwartenden Lohnkosten geworfen werden, die für die einzelnen Gewerke beim Bau eines durchschnittlichen Einfamilienhauses entstehen. Diese Beispielrechnung enthält den durchschnittlichen Stundenlohn, der aufgrund des Handwerkermangels über dem Tariflohn der IG-Bau liegt.

Diese Aufzählung ist noch nicht vollständig, aber die Lohnkosten für diese fünf Gewerke betragen bereits 39.700,-- Euro. Die Lohnkosten sind jedoch keine statische Größenordnung, sondern weichen regional stark voneinander ab. Klar ist jedoch: Wenn schon die Lohnkosten für die zeitlich anspruchsvolleren Gewerke fast 40.000,-- Euro betragen, sollten Bauinteressenten bei Angeboten von 80.000,-- oder 90.000,-- für ein Standard-Eigenheim zumindest starke Zweifel daran kommen, ob dieser Festpreis seinen Namen auch verdient.

 

Fazit
Wenn Bauinteressenten ein solide gebautes Eigenheim innerhalb des von ihnen gesetzten finanziellen Rahmens möchten, müssen sie sich bei der Wahl des geeigneten Bauunternehmens Zeit nehmen. Es muss ihnen auch klar sein, dass das Beratungspersonal einer Hausbaufirma einen für das Unternehmen günstigen Vertrag abschließen möchte. Daher führt an einer unabhängigen Beratung und Beurteilung der Bau- und Leistungsbeschreibung kein Weg vorbei. Künftige Bauherren sollten misstrauisch werden, wenn eine Baufirma den angeblich günstigen Hauspreis zu sehr in den Vordergrund stellt: Oft versucht sie damit, von den wichtigen Dingen abzulenken.

Wir bieten unseren Kunden eine individuelle Planung ohne Mehrkosten, eine fundierte Beratung sowie Transparenz bei allen Kosten und Leistungen. Unsere Fachleute stehen Ihnen gern für ein telefonisches oder persönliches Gespräch zur Verfügung. Auf www.superhauspreis.de und www.bluffen.info haben wir weitere Informationen über vermeintliche Schnäppchen beim Hausbau bereitgestellt.