Der Keller unter einem Massivhaus

BetonkellerMögliche Kosteneinsparungen sind meist der Grund, warum Bauherren auf einen Keller verzichten möchten. Allerdings lassen sie sich damit auch einiges an Potenzial entgehen. Das Untergeschoss bietet nicht nur Stauraum, sondern vergrößert bei geschickter Planung die nutzbare Fläche um ein ganzes Geschoss. Bei sehr schwierigen Gründungsverhältnissen oder auch Hanglage kann ein Keller generell eine sinnvolle Alternative zu kostenintensiven Erdarbeiten sein. Neben dem Mehr an Wohnfläche haben unterkellerte Häuser einen höheren Marktwert als Eigenheime ohne Keller.

Unter einem modernen Massivhaus sitzt heute häufig ein Fertigkeller. Die etwas höheren Kosten werden durch die Vorteile eines Fertigkellers schnell aufgewogen. Der Fertigkeller aus Stahlbeton wird in oberflächenfertigen Elementen geliefert und montiert, die Bauzeiten sind entsprechend kurz. Die größten Vorteile spielt der Fertigkeller bei einem hohen Grundwasserspiegel und drückendem Wasser mit zusätzlicher Abdichtung aus, da er eine ausgesprochen hohe Standsicherheit hat.


Planungsgrundlagen für den Fertigkeller

Ebenso wie das gesamte Massivhaus will auch der Keller gut geplant sein. Da Fertigkeller im Werk aus Stahlbetonelementen vorgefertigt werden und später Änderungen kaum möglich sind, ist die sorgfältige Planung besonders wichtig. Folgende Aspekte müssen vorab genau berücksichtigt werden:

Tipp:
Je nach Bodenklasse ändern sich die Kosten für den Erdaushub und damit die Gesamtkosten für den Keller. Ein frühzeitig durchgeführtes Baugrundgutachten schafft hier Planungssicherheit.

 

Die Bodenklassen nach DIN 18 300

Je nach Zusammensetzung des Erdreichs werden in der DIN 18300 verschiedene Bodenklassen unterschieden. Die sieben Klassen reichen von Oberboden (Mutterboden) bis zu schwer lösbarem Fels. Im August 2015 wurde diese DIN zurückgezogen und die Klassen durch sogenannte Homogenbereiche ersetzt. Anstatt der früher üblichen Beurteilung der einzelnen Bodenschichten, wird jetzt der gesamte Baugrund in einen Homogenbereich zusammengefasst. Die Beurteilung des Bodens bzw. der Homogenbereiche fällt in das Aufgabengebiet des Baugrundgutachters.

Tipp:
Die neuen Homogenbereiche sind bereits in der aktuellen Fassung der DIN VOB/C veröffentlicht, allerdings voraussichtlich frühestens ab Mitte 2016 mit dem Inkrafttreten der VOB 2015 gültig. Siehe dazu den Beitrag auf www.hausbauberater.de.

 

Der Aufbau eines Fertigkellers

Der Fertigkeller wird nach Ausführungsplänen im Stahlbetonfertigteilwerk hergestellt. Die einzelnen Wandelemente, in die alle erforderlichen Durchbrüche sowie Fenster- und Türöffnungen und Aussparungen für die Elektroinstallation bereits eingearbeitet sind, werden auf die Baustelle transportiert und nach den Montageplänen im vorbereiteten Erdaushub aufgestellt. Die Fugen zwischen den einzelnen Bauteilen werden mit Ortbeton dicht verschlossen. Die Wandelemente selbst sind ebenso wie Bodenplatte und Geschossdecke zum Erdgeschoss standardmäßig aus wasserdichtem Beton hergestellt, dem sogenannten WU-Beton. Wanddurchbrüche und -durchführungen werden speziell und nach den anerkannten Regeln der Technik abgedichtet. Liegen nach DIN 18 195 andere Bodenverhältnisse als Bodenfeuchte vor, sind zusätzliche Abdichtungsmaßnahmen erforderlich. Der fertige Keller mit seinen tragenden Wänden bildet das Fundament für den darauf errichteten Massivbau.

Tipp:
Bei der Auswahl des Herstellers für den Fertigkeller ist ein Blick in die Baubeschreibung wichtig. Hier muss ausdrücklich vermerkt sein, nach welchem Lastfall der Keller bemessen und hinsichtlich seiner Abdichtung ausgeführt ist.

 

Kellerabdichtung nach DIN 18 195

Die erdberührenden Bauteile eines Kellers sind dem Erdreich und damit auch ständiger Feuchtigkeit ausgesetzt. Eine lückenlose Abdichtung der Außenhülle sorgt dafür, dass der Keller trocken bleibt. Die DIN-Norm 18 195 „Bauwerksabdichtungen“ regelt die Art der Abdichtung für drei verschiedene Fälle:

Als Mindestanforderung für Bauwerksabdichtungen wird stets der Lastfall Bodenfeuchte und nichtstauendes Wasser angenommen. Welcher Abdichtungsfall konkret vorliegt, ermittelt eine Baugrunduntersuchung, die beim Kellerbau zum Standard gehört.

Tipp:
Wird eine Drainage nach DIN 4095 zur Ableitung von überschüssigem Wasser eingebaut, dann muss diese dauerhaft funktionieren. Für den Einbau ist eine wasserrechtliche Genehmigung erforderlich, in der Regel ist der Bauherr dafür zuständig, diese Genehmigung einzuholen.

 

Die Kellerdämmung

Ob Wohn- oder Nutzkeller – die Dämmung ist ein entscheidender Faktor für ein bauphysikalisch mängelfreies Kellergeschoss. Soll der Keller als reiner Nutzkeller verwendet werden, ist dieser in der Regel nicht beheizt und wird nur zu den Wohnebenen im Erdgeschoss hin an der Kellerdeckenunterseite gedämmt. Moderne Fertigkeller haben jedoch ein deutlich größeres Potenzial und bieten zusätzlichen Wohnraum. Der Wohnkeller muss ausreichend gedämmt werden. Dazu kommt eine sogenannte Perimeterdämmung zum Einsatz. Der Dämmstoff muss bestimmte Eigenschaften mitbringen, Dicke und Wärmeleitwert werden nach dem Nachweis laut EnEV (Energieeinsparverordnung) bemessen. Besonders geeignet sind extrudierter Polystyrolschaum (XPS), expandierter Polystyrolschaum (XPS) oder Schaumglas. Der Dämmstoff wird auf eine Bitumendickbeschichtung oder mineralische Dichtschlämmen aufgeklebt. Wichtig ist eine vollflächige und lückenlose Verlegung, um Wärmebrücken zu vermeiden.

Tipp:
Insbesondere an Durchbrüchen, Kellerfenstern und Lichtschächten sowie der Außenwanddämmung im Erdgeschoss müssen die Anschlüsse der Kellerdämmung fachgerecht und lückenlos ausgeführt werden.

 

Nutzkeller oder Wohnkeller?

Fertigkeller werden standardmäßig meist als Nutzkeller angeboten. Das bedeutet, dass ein Stahlbetonkeller ohne weitere Dämmung Grundlage der Leistungen ist. Damit aus dem Nutzkeller ein Wohnkeller wird, müssen verschiedene weitere Vorgaben, insbesondere aus der Energieeinsparverordnung erfüllt sein. Die verschiedenen Kellerarten bieten dem Bauherrn gleichzeitig die Möglichkeit, durch Eigenleistungen Kosten zu sparen. So kann ein Keller als Wohnkeller mit Perimeterdämmung vorbereitet werden, der Bauherr übernimmt verschiedene Eigenleistungen im Bereich des Ausbaus.

Tipp:
Bauherren dürfen alle Ausbauleistungen als Eigenleistung durchführen. Arbeiten, die die Kellerkonstruktion sowie die Statik betreffen, gehören aus Gründen der Gewährleistung stets in die Hände des Kellerherstellers, bzw. des ausführenden Betriebes.

 

Vorzüge und Nachteile des Fertigkellers im Überblick

Ein Fertigkeller bringt in vielen Bereichen Vorteile für den Bauherrn, dem gegenüber stehen kaum Nachteile:

Als nachteilig am Fertigkeller kann möglicherweise die frühe Festlegung auf Grundriss und Erschließung betrachtet werden, ist der Fertigkeller einmal in der Produktion, sind kaum mehr Änderungen möglich.

Ein Fertigkeller ist auf lange Sicht die deutlich wirtschaftlichere Variante für eine Unterkellerung im Massivbau. Deshalb erhalten Sie bei uns nur Fertigkeller!

Hinweis:
Wir bauen Ihnen auch einen Keller, wenn Sie das Haus nicht mit uns errichten. Zum Beispiel wenn Sie ein Fertighaus bauen oder einen anderen Unternehmer gefunden haben, der Ihnen Ihr Eigenheim errichten soll.